Heute ist Pause angesagt. Die lange Anreise und das Fährengewusel sind geschafft, nun darf genossen werden. Wir beginnen gleich früh am Morgen mit einem wunderbaren Spaziergang. Im Gegensatz zum Tag, an dem es auf dem Parkplatz ein laufendenes Kommen und Gehen ist, hört man hier morgens nur das Rauschen der Wellen. Die haben uns trotz der Entfernung auch gestern Abend in den Schlaf gerauscht. Es war wunderbar still und auch die Mitcamper sehr leise, denn übernachten wollen hier wahrscheinlich nur Menschen, die die Ruhe suchen. Kein Lärm, keine Musik… einfach Ruhe. Ungefähr 7 Camper haben die Nacht hier verbracht und wir verschaffen uns auf der hohen Düne einen morgendlichen Überblick der Lage.
Das auf dem Luna da gerade läuft ist Machair, ein besonderer Boden, der typisch für die Hebriden ist. Nur auf Orkney, den Shetlands, einigen schottischen Küstenstreifen und dem Nordwesten Irlands gibt es diesen Bodentyp. Direkt neben dem Meer, am Ende der Düne beginnt diese Wiesenart und stellt ein Zusammenspiel von darunterliegendem Torfboden, Gestein und darübergewehten Sand dar. Beides ergibt eine dünne Schicht fruchtbaren Bodens, der sehr empfindlich und deshalb schützenswert ist.
Zahlreiche Wildpflanzen gedeihen hier, aber auch seltene Vogelarten verstecken sich zwischen Blumen und Gräsern. Gerade ist ein kleiner zwitscherden Federbüschel vor Lunas Nase aus dem Gras gestartet.
Ich allerdings kenne den Begriff von meinem letzten Strickprojekt, einer Weste im Hebridenstil. Das helle Gelbgrün trägt stolz den Namen Machair auf der Bandarole.
Als wir zurück zum Stellplatz kommen verlässt gerade mein Nachbar das Areal und so kann ich den dicken an den Rand des Platzes umsetzen und genieße beim Frühstück die beste Randlage mit Wiesenblick.
Den Tag verbringen wir bei herrlichstem Wetter am Strand und auch Luna ist zu keinen Aktionen mehr bereit. Beim Strandspaziergang schwächelt sie und will eigentlich nur eins: im Schatten schlafen. Gut vorstellbar, dass die letzte Woche für sie aufgrund der vielen Eindrücke sehr anstrengend war und so genießen wir beide den Tag am Meer.
Obwohl sich die Anzahl der Menschen an diesem riesigen Strand fast vernachlässigen lässt, schickt das Universum oder wer auch immer die Antwort auf die Frage, warum ich die Fähre von Oban nicht nehmen sollte, in Form einer Holländerin genau an meinem Liegestuhl vorbei. Sie ist gerade unterwegs zu den Steinen, unter denen sich bei Ebbe einige Seesterne verstecken und wir kommen ins Gespräch. Sie sind hier wegen eines Musikfestivals, das von Donnerstag bis Sonntag in Stornoway stattfinden. „Keltisch-schottische Folklore – sehr empfehlenswert!“, meint sie und ich bin begeistert.
Mit Hund ist das allerdings gar nicht so einfach: der Parkplatz darf nicht weit weg sein, ich brauch einen Schattenplatz fürs Womo, wann geht es eigentlich los, welche Bands spielen … etc. ??? All diese Fragen beantwortet mit meine „digitale Freundin“ Chat GPT und keine Stunde später habe ich ein Ticket für Donnerstag – das ist ja schon morgen! Ich nehme den ersten Tag, weil da der Besucherandrang nicht so groß ist wie am Wochenende. Das ist doch mal ein Plan… äh, ja… sagen wir mal lieber: eine gute Idee! Auf zum „HebCelt – dem Keltischen Festival der Äußeren Hebriden“.
Wir brauchen eine Sonnenpause und bauen uns am Womo eine kleine Höhle. Die schützt gegen die Sonne und das Menschengewusel. Gemütlich verbringen wir den Abend an unserer Wiese, durch die sogar ein kleines Rinnsal plätschert und ich lege nach beendeter Fermentationmeinen Rosentee zum Trocknen aus.
Da sind noch einige Fächer frei 😉
Drückt alle die Daumen, dass es morgen passt und ich einen fußläufigen, schattigen Stellplatz für das Festival bekomme. Das wäre doch zu schön…
Liebe Grüße und kommt gut durch die Nacht.
4 Kommentare zu „Tempo raus“
Netti
Ich drücke ganz fest die Daumen und bin mega gespannt auf deinen Bericht… Tempo raus und Keltisches Musikfestical- das klingt nach Urlaub! Ich sende euch einen lieben Gruß!
….na siehste, ein Musikfestival mit mega schöner Musik. Das erinnert mich an genau so ein Festival, das ich „noch wirklich blutjung“ in der Hamburger Kampnagelfabrik sah. Davon müsste es sogar noch eine Schallplatte in der Truhe in Médroux geben. Die Truhe mit dem Spiegel drauf…
Da habe ich 32 Jahre nicht hineingeschaut, liebe Marion!
Im Herbst schauen wir da mal zusammen rein…., was da wohl drin los ist?
Das Musikfestival war wirklich sehr schön und es hat alles gut geklappt. Heute und morgen wird es sicher spektakulärer, aber ich mag lieber die entspannten Sachen. Freu mich schon auf den Herbst und die Truhe 😂
Ich drücke ganz fest die Daumen und bin mega gespannt auf deinen Bericht… Tempo raus und Keltisches Musikfestical- das klingt nach Urlaub! Ich sende euch einen lieben Gruß!
❤️
….na siehste, ein Musikfestival mit mega schöner Musik. Das erinnert mich an genau so ein Festival, das ich „noch wirklich blutjung“ in der Hamburger Kampnagelfabrik sah. Davon müsste es sogar noch eine Schallplatte in der Truhe in Médroux geben. Die Truhe mit dem Spiegel drauf…
Da habe ich 32 Jahre nicht hineingeschaut, liebe Marion!
Im Herbst schauen wir da mal zusammen rein…., was da wohl drin los ist?
Stay safe!
Ruth
Das Musikfestival war wirklich sehr schön und es hat alles gut geklappt. Heute und morgen wird es sicher spektakulärer, aber ich mag lieber die entspannten Sachen. Freu mich schon auf den Herbst und die Truhe 😂