Auch fünf Wochen sind einmal vorbei und so neigt sich meine Reise nun dem Ende entgegen. Bevor ich die 1000 km lange Rückreise antrete, nehme ich mir noch zwei Tage Zeit, um zur Ruhe zu kommen, das Erlebte zu verdauen und die Seele baumeln zu lassen. Das klappt wunderbar bei einem Kännchen Tee und einem Stück Orangen-Mohn-Torte auf dem Greys Court – einem herrschaftlichen Anwesen des National Trust. Das Haus selbst schaue ich mir nicht an – ich kenne es schon. Das merke ich aber erst, als ich hier ankomme… Südengland ist eben nicht zum ersten Mal Ziel meiner Reise.
Kein Problem – ganz in der Nähe gibt es dann noch Hughenden Manor – das kenne ich noch nicht. Über eine kleine Brücke fährt man auf ein weitläufiges Gelände und gleich am Eingang, neben einem kleinen Kirchlein findet der Dicke eine Ecke auf einem Parkplatz an der riesigen Wiese. Hier weiden auf völlig verbrannten Wiesen die Kühe und weiter hinten plätschert ein Bächlein. Die Teichlinsen darauf findet eine Kuh wesentlich leckerer und die Abkühlung bei der Hitze des Tages bekommt ihr sicher auch ganz gut.
Wir streifen durch die Auen, Luna tobt mit den vielen Hunden, die mit ihren Besitzern ihre Runden drehen oder springt ins Wasser und dann laufen wir hinauf auf den Hügel zum Herrenhaus. Hier hat am Ende des 19.Jahrhunderts der britische Premierminister Benjamin Disraeli residiert. Im 2.Weltkrieg wurde das Haus dann zum streng geheimen militärischen Zentrum. Unter dem Decknamen „Hillside“ erstellten mehr als 100 Männer und Frauen Zielkarten für die britische Bomberflotte. Sicher gibt es auch an diesem Ort noch viele spannende Geschichten zu entdecken, aber ich bin für diesen Sommer schon so gefüllt, dass einfach nichts mehr reinpasst. Und so sitze ich mit einem Buch im Schatten und Luna genießt die Freiheit auf dem weitläufigen Gelände.
Sogar die Nacht über darf man hier stehenbleiben und außer uns tut das noch ein spanischer Van mit Familie. Auch der nächste Vormittag wird noch verplempert, denn der große Ritt nachhause liegt ja vor mir, dafür brauche ich Kraft. Und so sitze ich unterm Baum strickend am Fluss – ja auch das kann Urlaub sein – einfach mal nicht viel tun… so einen Tag krieg ich das schon hin.
Doch gegen Mittag satteln wir die Pferde und fahren in Richtung Watford, dem Londoner Vorort, in dem die Warner Brothers ihr Studio betreiben. Zum Glück habe ich die freie Zeit genutzt und mich über die örtlichen Gegebenheiten auf dem Gelände informiert. Mein Priority-Parking, dass ich mir extra wegen Luna geleistet habe, um schnell wieder bei ihr zu sein, nutzt mir absolut nichts. Erstens gibt es dort bei der Hitze weder einen Baum noch einen Strauch. Außerdem erlauben sie aus diesem Grund erst gar nicht, dass Hunde im Auto bleiben. Auf dem gesamten Parkplatz sind Hunde im Auto ausdrücklich verboten. Hm – und nu?
Tatsächlich ist es wirklich so warm, wie im gesamten Urlaub nicht. Doch durch Zufall finde ich bei Park4Night den Kommentar eines Users, der einen Parkplatz in einem Wohngebiet unter Bäumen empfiehlt. Der ist auch frei und ich teste erst einmal die Wärme in der Mittagspause. Mit offenem Dachfenster und herunterzogenen Jalousien perfekt. Wir drehen dann noch eine kleine Runde – draußen ist es definitiv unangenehmer. Und dann laufe ich die 10 Minuten hinüber zu den Warner Brothers Studios und die Tour kann beginnen.
Als ich in der großen Eingangshalle ankomme – nachdem das Ticket dreimal kontrolliert, die Taschen gecheckt und der Körper gescannt wurde -schwebt dort ein riesiger ungarischer Hornschwanz. Dem musste Harry im Trimagischen Turnier ein goldenes Ei klauen, wenn ich mich recht erinnere.
Und dann gibt es hier natürlich ´ne Menge Geschäfte, Cafes, Restaurants, Eisdielen… und eine lange Schlange am Eingang. Geordnet nach Ticketzeit werden die Besucher eingelassen und das sind ziemlich viele. Nach einem Begrüßungsfilm und noch einem Film, in dem Harry, Hermine und Ron über ihre Zeit am Set erzählen, kann man dann durch die Ausstellung wandeln, die ein wenig an den Aufbau von IKEA Einkaufshäusern erinnert – am Ende kommt man wieder am Anfang raus. Ein schöner Effekt: Im Film verabschieden sich die drei Hogwartsschüler und verschwinden in der goldenen Tür des Speisesaales – die Leinwand hebt sich und dahinter ist: … die goldene Tür des Speisesaales.
Zwei Geburtstagskinder dürfen sie öffnen und wir betreten die bekannte Halle, natürlich ohne prunkvolle Holzdecke und schwebende Kerzen und leider mit sehr vielen anderen Menschen. Viele, für die Harry Potter Kindheit war, viele, die heute mit ihm aufwachsen und eine asiatische junge Frau mit Tränen der Rührung in den Augen… Ich warte bis sich alle etwas verkrümeln, aber nach uns ist ja schon der nächste Trupp im Anmarsch… das eine oder andere Foto hat aber trotzdem ohne Massenauflauf geklappt.
Und dann geht jeder durch die vielen Studios, Hallen, kleinen Räume, überquert den Hof und kann an kleinen Aktionen teilnehmen. Was mich hier am meisten fasziniert, ist die Kreativität, die unglaubliche Anzahl der Ideen, die dieses fantastische Universum erschaffen haben. Nicht nur die Leistung, eine solche Geschichte zu erfinden, sondern auch die Vielzahl der Modelle, Kostüme, Zimmer, Masken, magischen Gegenstände, die Inspirationen für Stil, Ablauf und Farben, Formen, Tieren, Charakteren, Fantasiewesen… Hier kann man all diese Schöpferkraft bestaunen und sich auch in ihr verlieren. Und doch lässt mich das seltsamerweise auch ein bisschen kalt, berührt mich nicht wirklich. Wenn ich z.B. den Übergang von der Kulissenwelt in den Merchandise-Shop kaum noch mitbekomme, finde ich das schade und befremdlich. Vielleicht liegt es an den vielen Menschen, vielleicht daran, dass die Traumwelt der Geschichte entzaubert wird, vielleicht an der Vielzahl der Eindrücke der letzten fünf Wochen? Aber verglichen mit meiner Vorfreude, war es eine eher lauwarme Mahlzeit. Trotzdem war es schön, mal den Ort zu sehen, an dem der Zauber entstanden ist und an dem mindestens drei der Darsteller 10 Jahre ihrer Jugend verbracht haben.
Aber auch das ist gehört zu einem Studiobesuch dazu: Menschenmassen und Shoppingrausch.
Mein Highlight sind die Kleinigkeiten und die liebevollen Details, die zeigen, mit welcher Leidenschaft hier gearbeitet wurde – oder Professionalität?
Ich komme zurück zu einer zufriedenen Luna, die sich, gerade erwacht, auf der Matte räkelt. Jetzt sind es noch 170 km bis Dover und ich hoffe auf meinen traditionellen Schlafplatz auf den Klippen. Nix! Neues Tor und das ist zu . Schade, aber wir finden einen Stellplatz im Hafen – auch gut. Man kann halt nicht immer Glück haben. Und das hatte ich in diesem Sommer massenhaft. Glück mit dem Dicken, der mich zuverlässig durch die Gegend fuhr, Glück mit den Menschen, die das immer wieder möglich machen und mich dabei unterstützen. Glück mit den Erlebnissen, den Zufällen, dem Wetter, den unvergesslichen Orten und Begegnungen. Glück, das nichts Unangenehmes passiert ist und Glück, dass ich es alles so genießen kann. Ich freue mich und bin dankbar für diese wunderbare Reise und auch, dass viele von euch wieder dabei waren, manch liebes Wort geschrieben oder auf die Zeilen reagiert haben.
Nun bin ich wieder zuhause angekommen und der Dicke ist gewienert, die Wäsche trocknet auf der Leines. das wars für diesen Sommer und ich hoffe, es gefiel. Seid gern beim nächsten mal wieder dabei und
kommt gut durch die Nacht.






























Oh, meine Beste, das war ja ein wundervoller Abschluss deiner traumhaften Reise. Und du bist wieder gut zu Hause gelandet. Da bin ich froh! Ruhe dich schön aus von der langen Fahrt und wir hören uns ganz bald! Liebe Umarmung und Knuddler an dich und Lunchen…
Ich freue mich auch sehr, wieder zuhause zu sein, erfüllt von den vielen schönen Erlebnissen. Hoffe, wir sehen uns bald wieder ❤️
Einfach wunderbar, liebe Marion!
Danke für die interessanten Berichte und die herrlichen Fotos!
Und toll, dass der Dicke dich als Fahrerin und Luna wieder so problemlos nach Hause gebracht hat!
Gute Nacht!
Schön, dass du wieder mitgereist bist und bis ganz bald 🤗🤗🤗🥰
Liebe Marion, immer wieder gerne werde ich deinen Reiseberichten folgen, die so interessant, kurzweilig und mit tollen Fotos versehen sind. Ich wünsche dir einen guten Start ins neue Schuljahr und vielleicht sieht man sich ja auch mal wieder. Liebe Grüße Kordula
Danke, liebe Kordula und ganz herzliche Grüße ❤️
Liebe Marion , es ist schön das ihr wieder mit ganz vielen tollen Eindrücken gesund zu Hause angekommen seid . Es war toll, jeden Tag deinen Reisebericht zu lesen und die herrlichen Bilder zu sehen . Es fühlte sich an , als ob man mit auf Reise war . Was lese ich denn jetzt ? Es wird mir fehlen. Vielen lieben Dank. Bis bald beim Yoga 🧘 Anke
Das klingt gut, schön, dass es dir gefallen hat 😊 Wir sehen uns auf der Matte 😂
Hallo meine Liebe, das waren ja wieder maßgeschneiderte Zeilen. Vielen lieben Dank dafür! Ich hab im WoMo in Spanien sitzend die Fortsetzungsgeschichte genossen. Viele Grüße auch von Stefan und Thea an euch Reiseladies
Guten Morgen, liebe Anne. Das freut mich sehr, so warst du gleichzeitig in zwei Ländern unterwegs. Ich hoffe, ihr hattet auch eine spannende Reise und seid nicht geschmolzen ☀️. Vielleicht können wir ja bald mal wieder schnattern 😄 Liebe Grüße zurück auch an deine beiden Reisebegleiter und bis bald 🙋🏼🐶
Was für eine fantastische Reise……….. für Dich (und Luna) und auch für mich.
Schön, dass ich „mitfahren“ durfte! Es war – wie immer – ein bezauberndes Erlebnis!
Liebe Grüße aus Jena von Heike
Das freut mich, liebe Heike 😃 undvielleicht bis bald mal wieder in Bucha beim Workshop 🤗🤗🤗