Kaysersberg ist fast noch hübscher als Colmar. Vor allem wenig Touristen und gaaaanz entspannt. Ich bummel durch die Gassen und erfreue mich am Osterschmuck.





Der kleine Bach, der mich heute morgen neben der Straße mit rauschender, hellbrauner Gischt talabwärts begleitet hat, strömt durch den Ort und zum Teil unter den Häusern hindurch.




An einer Häuserecke ein Rosenstrauch? … in voller Blüte??? Ja ist denn schon Sommer? Beim Näherkommen erkenne ich die Details: eine wunderschöne Camelie steht hier in voller Blüte.

Der Töpfer schmückt sein Haus mit bemalten Fliesen und hier und da sind kleine nette Details zu entdecken. Störche gibt es auch zu sehen und schon auf dem Weg sah ich rechts und links der Straße Meister Adebar durch die Wiesen stakeln. Hinter der Kirche liegt versteckt ein kleiner Soldatenfriedhof aus dem 2.Weltkrieg, der auch hier seine Spuren hinterlassen hat. Und dann gehts durch die Weinberge hoch zur Burgruine.









Überall wachsen die saftigsten Kräuter: Zitronenmelisse, Traubenhyazinten, Fingerkraut, Reiherschnabel, Schafgarbe und Acker-Ochsenzunge, Schlüsselblumen und Vogelmiere. Ich nasche bis mir die Zunge taub wird – also entweder war das keine Zitronemelisse, oder der Weinbauer hat gerade seine Vernichtungsmittel ausprobiert.





Oben auf der Burg bekomme ich nun auch den Ausblick ins Tal, der mir auf dem nebligen Pass gestern Nacht verwehrt geblieben war. Herrlich hier!!!




Hundemenschen lernen sich schnell kennen und so lege ich einen kleine Schwatz mit einer Aussie-Besitzerin ein, die mir entgegenkommt. 2017 sei Kaysersberg zum schönsten Dorf Frankreich gewählt worden und sogar das Fernsehen sei schon dagewesen, erzählt sie. Besonders touristisch wirds hier zum Weihnachstmarkt. Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Sie spricht, wie viele im Elsass ein perfektes Deutsch und fröhlich winkend verabschieden wir uns.
Am Womo angekommen, wartet schon der nächste Redebedürftige auf willkommene Abwechslung. Der alte Mann aus dem Womo gegenüber hat auch einen Hund, der ihm die Kontaktaufnahme abnimmt und Deutsch spricht er ebenfalls perfekt. Er ist in Maria Lach acht Jahre zur Schule gegangen. Aber viel spannender ist, was er jetzt tut: seit 9 Jahren lebt er im Wohnmobil und hat schon ganz Europa bereist – er ist natürlich Rentner, da hat er die Zeit. Seine Wohnung ist vermietet und nun reist er mit seinem Hund durchs Land. Im Moment sei seine Heizung kaputt – nicht so gut bei der Kälte. So wartet er auf einen Freund, der bald vorbeikommen will und das reparieren kann. Sein Hund wartet mit – außerhalb des Womo an der Leine, denn drinnen macht er zu viel kaputt… hm, vielleicht ist er kein Reisehund?
Ich sattle die Pferde und fahre weiter in Richtung Dijon. Dort gibt es ein Museum der Schönen Künste. Das Grabmal Phillip des Kühnen hat es mir angetan und deshalb will ich da hin. Doch einen kurzen Zwischenstopp legen wir in Belfort ein. Der Architekt Sebastian de Vauban ist mir hier in Frankreich schon öfter begegnet. Meist wurde es mit ihm kriegerisch, denn er hat sich im 17.Jahrhundert einen Namen als Festungsbaumeister gemacht. Auch die Zitatelle von Belfort stammt von ihm.




An einer Seite des Bauwerks befindet sich das Wahrzeichen der Stadt: der Löwe von Belfort. 21m lang und 11 m hoch wurde er von Frederice Auguste Bartholdi 1880 geschaffen. Aus rotem Sandstein soll er „furchterregend in seiner wütenden Raserei“ (Bartholdi) an den mutigen Widerstand der Bürger der Stadt bei der 103-tägigen Belagerung im Jahr 1870 erinnern.

Doch Stopp; wieso ist neben dem Bildnis des Architekten schon wieder die Freiheitsstatue abgebildet? – Alles klar! Er hat sie auch gebaut und wurde in Colmar geboren. Deshalb dort die Miniversion der Dame. Freundlich Blick der Burgunder von der Wandtafel.

Wir laufen die schlüsselblumenbewachsenen Hänge der Zitadelle hinunter zum Parkplatz und setzen die Reise fort.

Rechts neben der Straße leuchtet von einem fernen Vogesenhügel schon in strahlendem Weiß die kleine Kirche von Corbussier: Notre Dame du Haute de Ronchamps. Heute schon der dritte bedeutende Architekt, der am Weg liegt. Eigentlich hatte ich dieses Ziel schon wieder vergessen, aber wenn sie nun mal so schön leuchtet, die „Feine Dame“, dann fahre ich die wenigen Kilometer Umweg doch gern… aber leider umsonst. Geschlossen, seit 30 Minuten. Nun ja, aber die Aussicht ist ganz nett.



Nun aber Dijon. Das ist noch eine Strecke und ich suche mir im Navi einen Parkplatz in Zentrumsnähe, den ich ansteuere, damit ich morgen schnell mal ohne Luna ins Museum huschen kann, ohne sie all zu lange warten zu lassen. Oder sollte ich doch außerhalb übernachten. Kurz vor Dijon bietet sich ein ruhiger Stellplatz am Flüsschen an. Da stehen schon zwei Camper, aber das stört mich nicht. Doch als ich anhalte, kommt der junge Mann auf mich zu und rät mir ab… gerade sei bei ihm eingebrochen worden. Und da sehe ich auch schon das große Loch in seiner hinteren Scheibe. Na da lieber weg aus dieser Verbrechergegend.

Doch angekommen auf meinem anvisierten Parkplatz, scheint das auch nicht viel besser zu werden. Neben dem Parkautomaten stehen drei Typen mit Sonnenbrillen neben ihren schwarzen SUVs. Die sehen nicht so vertrauenerweckend aus. Als ich 10 Minuten später beim Abendbrot sitze, höre ich ein Geschrei, die Typen flitzen zu ihren Autos und fahren schnell weg. Ein Fußgänger rennt ihnen hinterher und wirft einen Stein… dann holt ihn ein kleiner Polo ab… und schon ists vorbei…. das kann ja heiter werden.
Wird es auch: am nächsten Morgen – blauer Himmel. Wir haben sehr gut geschlafen. Nichts passierte und ziemlich zeitig mache ich mich mit Luna auf die Rasensuche. Nichts. Kein Stück Grün. Alles Beton. Und aus Verzweiflung macht Lunchen in die nächste Parklücke.
Ich checke schon mal den Weg ins Zentrum. Keine 10 Minuten – perfekt. 9:00 beginnt die Parkzeit mit Bezahlung und 9:30 Uhr macht das Museum auf. Passt. — Denkste! Dienstags sind die Museen geschlossen. Hä? ich bin extra nicht gestern gekommen, weil ich dachte Montag! Na ja, kann man nichts machen und morgen nochmal herkommen – nein. Da guck ich mir meine trauernden Mönche eben noch mal im Internet an…


Ich besuche noch die Kirche Notre Dame mit ihrem tollen Portal und all den Wasserspeiern. An der Seite befindet sich das Wahrzeichen der Stadt, eine kleine Eule. Leider auf Griffhöhe, sodass kaum noch etwas übrig ist.





Auch von den Statuen über dem Eingang ist nichts mehr übrig… Wetter oder Revolution? Keine Ahnung.

Wunderschön ist auch meine Zeit in der örtlichen Markthalle. Ich liiiiebe das und kaufe mir gleich ein leckeres Brot, für mehr ist weder Platz in der Tasche, noch im Kühlschrank… leider!






Nun geht es weiter und mein nächstes Ziel ist Chateauneuf, wieder eins der allerschönsten Dörfer Frankreichs. Wir gondeln am Burgundkanal entlang. Herrlichster Sonnenschein, stahlblauer himmel. Links und rechts Schlüsselblumenwiesen oder fette Bärlauchwälder. Der Blick öffnet sich durch weißdornblühende Hecken auf saftige Weiden. Wunderschön. Am Weg liegt das kleine Schloss in Commarin mit zwei Besuchern. Das ist die Touristenanzahl, die ich gut vertrage.


Da bekomme ich die Nachricht, dass mein Blog nicht funktioniert. Tatsächlich ruft man plötzlich eine seltsame Seite auf und keine meiner Reisen erscheint mehr…. das ist Mist und verlangt nach 15 Minuten in der IONOS-Warteschleife, bis mir ein netter Servicemitarbeiter hilft und den Fehler behebt.
Nun kommen wir in Chateauneuf an und wandern in schönstem Sonnenschein durch den Ort, Wiesen und Wälder.






Der Abstieg zum Womo ist kurz, aber schwierig, sodass ich Luna kurz ableine, um nicht hinzufallen… und schwups wieder weg… dieser Hund… !!!!!! Und wie sie jetzt zurückkommt, das treibt mir die Tränen in die Augen. PESTILLENZ!!!!!! Das geht nicht ohne Wasser und Seife!!!

Dann gibt es erst einmal Stärkung und mit vollem Neid verspeise ich das Brot, das genau das „Ohr“ hat, was ich bisher bei meinen Sauerteig-Brot-Backversuchen noch nie hinbekommen habe. Da rechts – diese hochgebogene Kannte, die möchte ich auch backen können…. wer sonst keine Sorgen hat, dem gehts gut! Genau! So, jetzt 15:45 beenden wir die Schreibpause am Fenster im Sonnenschein und weiter gehts… bis morgen liebe Grüße Marion


Liebe Marion, da geht es einem bei dem kalten Wetter doch gleich viel besser, wenn man deinen Reiseblog liest. Hab eine schöne Zeit in Frankreich. Liebe Grüße Kordula
Danke, liebe Kordula, freut mich, wenn ich zu guter Stimmung beitrage 😂🤗🤗🤗
Liebe Schulzi,
wie immer lese ich deinen Blog mit Begeisterung.
Genieße die freie Zeit und komme gesund wieder.
Ines und ich waren heute bei Massimo.
War sehr schön und lecker.
Liebe Grüße
Na das ist eine gute Ferienidee: Speisen bei Massimo – immer lecker!!! Liebe Grüße in die Heimat 🙋🏻♀️🐶☀️
Wann wendet sich das Womo Richtung Westen, liebe Marion? Man möchte selbst mal all das Schöne und Interessante sehen und erkunden, aber, na, du bist eben noch jung!!
Schlaft gut und lasst euch nicht ausrauben! Bis bald, 👵🏼🐕👍
Hallo meine liebe Marion …
Ich wünsche dir mit Luna eine wundervolle Reise, gefüllt mit ganz fantastischen … nur guten Erlebnissen …
Mit viel Freude lese ich deine wunderbaren Berichte und meine Gedanken begleiten dich. …
Meine beste Gabi, vielen lieben Dank für deine Wünsche und ganz liebe Grüße in die Heimat. Weiter viel Freude beim Lesen und in Bälde: Frohe Ostern 🐣 ♥️