… aber da kannst Du einpacken! Der Juan de Fuca Trail erstreckt sich über ca. 50 km entlang der Westküste Vancouver Islands zwischen den Orten Jordan River und Port Renfrew. Man kann den gesamten Weg wandern oder kürzere Abschnitte zu den Stränden und zurück wählen. Ich entscheide mich für China Beach, genau am Trailhead des Wanderweges und ganz am Ende für den Botanical Beach Loop.

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Vom Parkplatz kurz hinter Jordan River kann man entweder nach rechts zum Trailhead oder nach links 2,5 km in Richtung China Beach auf herrlichen Waldwegen entlang wandern. Riesige Zedern und andere Nadelgehölze säumen den Weg, der sich über Wurzeln und kleine Holzstege windet.

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Und dann öffnet sich der Blick auf die traumhafte Bucht.

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Driftwood – Treibholz…der Begriff bekommt hier eine ganz neue Dimension. Schon auf der Überfahrt von Tsawassen kam uns der eine oder andere Baumstamm entgegen geschwommen und selbst aus dem Flugzeug-Bullauge konnte man Holzmassen auf den Flüssen dahintreiben sehen… seht ihr? da unten links an der Biegung:

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Aber das was hier herumliegt ist Treibholz, dem man die Jahre nicht nur an der Größe, sondern auch an der glatten, abgeschmirgelten „Haut“ ansieht. Ganze Bäume aber auch kleinere Holzstückchen haben diese wunderbare, von Wasser und Sand glatt geriebene Oberfläche. Dass kenne ich so nur von unseren Fotoausflügen an der Darßer Weststrand und aus Fotoshows über die Kernzone des NP Vorpommersche Boddenlandschaft aber dass hier … sorry … da kann kein Weststrand mithalten 😉

Dort wo der Pazifik an eine kleine Steilküste brandet, hat sich ein Otter eine Höhle in die Wand gegraben. Flink schlüpft er heraus und verspeist ein wahrscheinlich zurechtgelegtes Stück „etwas“. Ich wage mich nicht näher ran, um das Schauspiel nicht zu unterbrechen, als sich ein viel kleineres zweites Tier versucht zu nähern, aber kurz darauf doch wieder kehrt mach… keine Chance dem größeren Artgenossen das Futter zu entwenden!… und ihr wisst ja – kein Foto – die sind schneller als mein Objektiv auf der Kamera ist.

Ich laufe den Strand entlang und gelange an ein kleine, zurückgesetzte Bucht mit Himbeerbäumen 😉 , umgefallenen Stämmen, großen ausladenden Farnen und einem kleinen Wasserfall, der leise rauschend in einen kleinen See fällt.

Der Blick zurück auf den einsamen China Beach ist wunderschön:

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und ich stelle mir vor, wie es wohl sein muss, 4 Tage lang auf dem Juan de Fuca Trail zu wandern. Wen das auch interessiert – hier kann man es sehen (Klick aufs Bild):

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Weiter gehts ca. 45km bis nach Port Renfrew und der Himmel zieht sich zu. Nicht umsonst, denn der Botanical Beach Loop verläuft durch Regenwald und da regnet es eben viel. Und tatsächlich muss ich meine Regensachen auspacken, als ich am Trailhead angekommen bin. Und los: Das hier ist tatsächlich fast Dschungel-Vegetation! Dazu der Regen, fremdartige Vogelstimmen und herrlich glänzendes, nasses Blattgrün… alles hatte ich von Kanada erwartet, aber Dschungel …?

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Vorbei gehts an einsamen Buchten, die im Regen recht mystisch wirken. Nebel zieht vom Meer auf und ich muss ganz schön aufpassen, dass ich auf den glatten Steinen nicht noch mein anderes Knie ruiniere…

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Der Tag neigt sich und ich hab noch 30 km bis zum gebuchten French Beach Campground zu fahren, doch stopp! da stehen junge Leute am Straßenrand, mit dicken Rucksäcken, Wanderstiefeln und den Daumen in der Luft. Kurz drauf sitzen drei Amerikaner, 2 Mädels und ein junger Mann in meinem Camper und können ihr Glück kaum fassen. Sie haben ihr Auto in Port Renfrew abgestellt und wollten den Bus zurück zum Trailhead nehmen. Doch vom Bus sahen sie nur noch die Rücklichter. Morgen beginnt ihre Juan de Fuca Trail Story und nun haben sie ja mich, die sie zurück auf Start bringt. 12 Stunden Autofahrt von Californien hatten sie auf sich genommen, um 4 Tage hier gemeinsam zu wandern, da liege ich ja mit 10h ab München ja noch gut in der Zeit. Es wird eine lustige Rückfahrt und wir haben ziemlich viel zu Lachen, besonders als wir alle registrierten, dass das, was dem jungen Mann da um die Nase baumelte mein regennasser, gerade zum Trocknen aufgehängter BH ist 😉

Am China Beach werfe ich sie ab und als sie sich bedanken und meinten ich sei nun „Part of our story“ gab ich zurück, das mache ich nur als Promotion für Deutschland, wir hätten doch gerade irgendwie nicht den besten Ruf… die Antwort: „… und was sollen wir als Amerikaner dazu sagen?!“

Zum Glück hatte ich reserviert, denn der Campground ist „fully booked“. Ein vorwitziger Camper hat seinen Megatruck schon auf meinen Platz #21 gestellt, wohl in der Hoffnung, ich hätte es mir anders überlegt. Aber sehr schnell und ohne Gram machte er mir Platz. 20:00 Uhr – Licht aus – nicht schlecht so ein Jetlag… da ist frau morgens die erste 😉

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