Na gut, den Film hätte ich mir sparen können… aber er passte so gut zum Thema: „Unter der Sonne der Toskana“ habe ich nun bald meine Woche voll gemacht und bin am letzten Tag angekommen. Irgendwie zieht es mich noch einmal ins Casentino. Dieses schöne Arnotal zwischen den Gebirgszügen Pratomagno im Westen und Alpe die Catenaia im Osten hat es mir angetan. Ich hatte vorher noch nie von der Gegend gehört und mache mich heute wieder auf den Weg.
Unterwegs gibt es einen Fotostopp der besonderen Art. Die Brücke von Buriano ist nicht nur schön anzusehen. Man vermutete auch jahrelang, dass sie es auf das Gemälde der Mona Lisa geschafft hat. In seinen typischen Sfumato-Hintergründen hat Leonardo meist echte Landschaften abgebildet und so auch bei der Mona Lisa. Mehrere Brücken der Gegend standen auf dem „Tippschein“, aber im Moment führt eine Ruine, also um genau zu sein ein Pfeiler im Gestrüpp, bei Laterina. Da gefällt mir doch die hier viel besser.
Gemächlich fahren wir durchs Arnotal und hinauf zum Nationalpark Foreste Casentinesi. Das Kloster der Kamaldulenser-Mönche ist unser Ziel. Besonders interessiert mich daran die kleine antike Apotheke. Außerdem gibt es 3km weiter den Berg hinauf noch die Einsiedelei Eremo die Camaldoli. Wir kommen also mitten im Wald auf einem kleinen Parkplatz an und ich bin erst einmal sehr begeistert von dem Wanderweg, der sich uns auftut. Also Klappe auf und begeisterte Hundedame raus in die Natur. Das ist schon was anderes als sich durch Bergdörfer zu schleppen. Sie tobt gleich erst einmal los und freut sich über ihr Leben. Neben uns rauscht das Wasser in die Tiefe und so wandern wir ganz allein durch die Schönheit des Nationalparks.
Dreckig und zufrieden legt sich Luna zum Schläfchen ins das schattige Auto und ich guck mir die kleine Ausstellung mit Verkaufsraum in der alten Apotheke an, bevor es den Rest des Weges hinauf zur Einsiedelei geht. Was Gürteltier, Schildkröte und Krokodil mit mittelalterlicher Medizin zu tun haben, konnte ich allerdings nicht rausbekommen…
Hier oben sind kaum Besucher zu finden, nur ein hornaltes Wohnmobil hat sich die Serpentinen hinaufgequält und es wird Mittag mit Ausblick gekocht.
Im Kloster gibt es bis heute Mönche, die in einem abgegrenzten Bereich leben. Ein paar kleine Räume und die barocke Kirche kann man aber besichtigen.
Im dem angeschlossenen Cafe macht mir die nette Verkäuferin ein warmes Käse-Sandwich und einen Cappuccino, den ich in himmlischer Ruhe draußen auf den sonnigen Bank genieße… und Luna bekommt auch was ab.
Dann gehts wieder den Berg hinab nach Poppi zur weithin sichtbaren Burg der Grafen von Guidi.
Durch kleine Gässchen lenke ich meinen Caddy zu einem schattigen Parkplatz und erklimme die Stufen hinauf zum Burghof. In diesem Palast hatte man schon damals einen vorzüglichen 360° Panorama-Blick ins Casentino-Tal, der auch heute noch begeistert.
Die alten Bibliothek umfasst fast 30000 Bücher und einige Orginale von Dante sind auch ausgestellt. Kein Wunder, denn der war gern gesehener gast bei denen von Guidi. Der freundliche Student, der hier aufpasst, dass keine Bücher „ausgeliehen“ werden, erklärt mir, dass der letzte Graf der Burg die Bibliothek nach seinem Ableben der Stadt vermacht hat. Viele Bücher sind mittlerweile digitalisiert worden. Von Wisschenschaft und Literatur über Gesetzestexte bis zu philosophischen Abhandlungen ist hier alles zu finden.
Kunstvoll ausgestattete Wohnräume, ein beeindruckender Innenhof, eine kleine Burgkappelle und ein riesiges Modell der Schlacht von Campaldino (1289) sind zu sehen. Auch eine Schulklasse ist im Museum und begeistert sich vor allem für die vielen Modelle der da Vinci Maschinen.
Dieses Tal ist echt eine Reise wert und scheint mir eine unterschätzte Region zu sein. Gut für mich, denn so konnte ich alles ganz in Ruhe genießen.
Nun heißt es Abschied nehmen. Die Taschen sind gepackt – morgen gehts in Richtung Heimat. Immer wieder aufs neue lerne ich diese Region lieben, entdecke schöne Plätze, Geschichten und Kultur, finde freundliche Menschen und fantastische Natur. Sicher war es nicht meine letzte Reise unter den Himmel der Toskana und ich sage nicht zum letzten Mal: Buona notte.
2 Gedanken zu „Unterschätzt“
Kordula Dieban
Liebe Marion, es war wieder sehr interessant deinen Reiseerlebnissen zu folgen. Wir hatten damals eine Ferienwohnung in einem ganz kleinen Dorf und sind von dort die verschiedenen Ziele angefahren. Allerdings war es im Sommer und sehr warm. Ein paar Jahre später waren wir dann nochmal im Herbst für eine Woche in Florenz. Deine kleinen Orte haben auch sehr viel Charme und die Landschaft ist fantastisch. Gute Heimreise! Liebe Grüße Kordula
Liebe Kordula, liebe Grüße- mittlerweile aus Jenbach bei Insbruck – der erste Ritt ist also geschafft 😊 Ich finde auch, dass die Toskana vor allem im Frühling eine Reise lohnt. Im Sommer fahre ich lieber gen Norden.
Schön, dass du wieder mitgelesen hast ❤️
Liebe Marion, es war wieder sehr interessant deinen Reiseerlebnissen zu folgen. Wir hatten damals eine Ferienwohnung in einem ganz kleinen Dorf und sind von dort die verschiedenen Ziele angefahren. Allerdings war es im Sommer und sehr warm. Ein paar Jahre später waren wir dann nochmal im Herbst für eine Woche in Florenz. Deine kleinen Orte haben auch sehr viel Charme und die Landschaft ist fantastisch. Gute Heimreise! Liebe Grüße Kordula
Liebe Kordula, liebe Grüße- mittlerweile aus Jenbach bei Insbruck – der erste Ritt ist also geschafft 😊 Ich finde auch, dass die Toskana vor allem im Frühling eine Reise lohnt. Im Sommer fahre ich lieber gen Norden.
Schön, dass du wieder mitgelesen hast ❤️